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Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope Canyon

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Bolly_Bollo
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Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope Canyon
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
21.10.2021
Gefahrene Meilen: 
0 Meilen
Fazit: 
... splish splash


... die Rückfahrt nach Big Water führt uns wieder 25 Meilen quer durch die Ebenen von Mordor.
Auch wenn wir hier nicht gerade wohnen möchten, die Gegend hat schon ihren ganz eigenen Reiz.
 


 

Dann biegen wir auf den Highway Richtung Page.
Unterwegs kommen wir die Abzweigeung zum Lone Rock.
Da wir gut in der Zeit liegen wollen wir einen kleinen Abstecher machen und uns mal ansehen wie es unserem Lone Rock so geht.

Der Wasserstand des Lake Powell ist ja momentan durch die anhaltende Dürre der letzten beiden Jahre extrem niedrig.
Er hat im Vergleich zu den Vorjahren um die 100 feet verloren! Dementsprechend bietet sich folgendes Bild:
 

Der Lone Rock is nun noch viel einsamer, das ihn umgebende Wasser hat sich zurückgezogen und sein Stumpf steht inzwischen fast gänzlich im Trockenen.
Wollen wir mal alle hoffen, daß sich der gute alte Lake Powell irgendwann wieder erholt ...

Hier zum Vergleich noch ein Bild von 2018, als "die Welt noch in Ordnung" war, zumindestens hier am Lake Powell.


Auf dem Weiterweg nach Page passiert man dann den Glen Canyon Dam, die mit 216 m Höhe fünfthöchste Talsperre der USA.
Der Glen Canyon Dam staut den zweitgrößten Stausee der USA, den Lake Powell (nach dem Lake Mead).
Ein wirklich gewaltiges Bauwerk.

Wie es wohl im Glen Canyon aussähe wenn es den Damm und somit den Lake Powell nicht gäbe ... ?

 


Wir werfen einen Blick von der Brücke hinunter auf den Colorado River, der von hier seine weite Reise fortsetzt,
zuerst durch die Horseshoe bend und den Marble Canyon,
dann über die wilden Stromschnellen des Grand Canyon, bis schliesslich nach Mexiko.

Aufgrund der zahlreichen Dämme und Bewässerungskanäle seines Wassers beraubt erreicht er aber nur noch selten sein eigentliches Ziel, den Pazifik.  crying



Da wir kurz vor Page die Staatsgrenze von Utah nach Arizona überquert haben, und in Arizona keine "daylight saving time" gilt, haben wir sogesehen eine Stunde "gewonnen" und brauchen nicht zu hetzen.
(Aufpassen muss man allerdings bei anderen Unternehmungen in der Gegend, da Page im Navajo-Nation Reservation liegt, und dort gilt dann doch wieder Sommerzeit (= Utah time) - sehr verwirrend, zumal die Uhr im Navi und im Handy ständig wischen beiden Zeitzonen hin und her springt)

Bereits von zuhause aus haben wir bei einem Kajakverleih für zwei Tage ein Doppelkajak gemietet, Abholung ist um 13:00 Uhr (Arizona time).
Pünktlich fahren wir beim Head Quarter des Kajak-Verleihs vor. Nach einer kurzen Einweisung unterzeichnen wir noch einige obligatorische waivers und erhalten einjeder eine life vest. Das wars dann auch schon.
Von Page zur Antelope launch ramp sind es dann nur zehn Meilen.

Hier ist den ganzen Tag ein Team vor Ort und die Kajaks liegen unweit der launch ramp in einer kleinen Seitenbucht bereits vorbereitet im Wasser.
Bei der Rückkehr muss man einfach am selben Ort wieder alles (Boot + Paddel) abgeben (bis 17:00, wer später kommt zahlt wohl eine fee).

Die vermieteten Kajaks sind übrigens "sit-on-top-kajaks", also ohne jeglichen Stauraum.
Da wir vorhaben in der Nähe der Einfahrt zum Antelope Canyon, am Ufer des Lake Powells zu übernachten haben wir schweres Gepäck dabei: Zelt, Schlafsäcke, Kocher, Verpflegung, Trinkwasser, Wechselklameotten etc.
Alle Ausrüstung muss am Kajak irgenwie verzurrt und verschnürt werden. Zum Glück haben wir genug wasserdichte Packsäcke dabei. Viele Ösen sind nicht vorhanden, da muss man ein wenig improvisieren ...
Vollbepackt wie ein Lastenesel stechen wir in See.

Von der launch ramp bis zum Antelope Canyon ist es nicht allzu weit, ca. 2,5 Meilen oneway. Also etwa 1,5 Stunden.

Ein Anlanden bzw. Campen auf Antelope Island ist bei dem derzeitigem Wasserstand nicht möglich.
Zumindestens nicht vom Kanal zwischen Antelope Marina und Antelope Canyon aus. Dort ragen nur meterhohe Steilwände aus dem Wasser.
Eigentlich ist es zwar offiziell verboten, aber die Mitarbeiter vom Kajakverleih hatten uns gesagt, am Ostufer gäbe es Möglichkeiten.
Und so war es dann auch: Dort befinden sich einige kleine Buchten von denen aus man auf das Ufer gelangen kann. Versreut entlang des Ufers lagen bereits ein paar andere camps.

Wir suchen uns also eine einsame Bucht, landen an und schleppen unsere Ausrüstung über eine kleine steile kieselsteingefüllte Rinne auf einen Absatz über dem Ufer des Lake Powell. Hier oben befindet sich eine kleine versteckte sandige Ebene auf der wir unser Zelt aufstellen und unser Lager einrichten.
Schön hier oben, da hatten wir wieder einmal den richtigen Riecher!

 


Wir setzen unsere Fahrt fort, nur eine halbe Meile weiter erreichen wir schon die Einfahrt zum Antelope Canyon.
Der Vorteil unseres späten Starts am Nachmittag ist, dass nur noch sehr wenige Boote unterwegs sind. Ab und an kommt uns Jemand entgegen gepaddelt
- in Richung Antelope Canyon sind wir aber die einzigen.

 


splish splash splish splash ... anfangs ist es noch ungewohnt, von vier Räder auf zwei Paddel zu wechseln.
Es dauert eine Weile bis wir unseren Rhytmus finden, gar nicht so einfach zu zweit im Gleichklang die Paddel zu schwingen,
aber dann haben wirs raus und wir kommen mit gleichmäßigen kräftigen Zügen gut voran.
Mal eine ganz andere Perspektive den Lake Powell zu erleben.

 


Schliesslich erreichen wir das Ende des befahrbaren Canyons.
Im Sommer herrscht hier oft Hochbetrieb und viele dutzende Boote liegen am Strand.
Als wir anlegen sind es nur eine handvoll Kajaks. Die meisten sind gerade am Ablegen.

Wir wechseln von Neoprensocken auf hiking boots und machen uns zu Fuß auf den Antelope Canyon weiter zu erkunden.
Die Wanderung hat sich durch den niedrigen Wasserstand sicherlich um mindestens eine halbe Meile verlängert.
Auf sandigem Untergrund geht es von roten Felswänden flankiert immer tiefer hinein.
 


Natürlich kann dieser Abschnitt von der Farbenpracht und Formenvielfalt nicht ganz mit dem upper/lower Antelope Canyon mithalten,
aber dennoch ist es eine richtig tolle Wanderung durch einen slot canyon die Laune macht.

Weiter hinten verengt sich der Canyon immer mehr bis man kaum noch weiterkommt. Irgenwann machen wir dann kehrt.

 

Die Rückfahrt ist dann reiner Genuss, völlig einsam rudern wir durch den Canyon.
Geschützt durch die steilen Wände ist der Lake Powell spiegelglatt.
Wir geniesen es gemächlich dahinzupaddeln, uns treiben zu lassen, lautlos am Ufer entlangzugleiten, ohne Zeitdruck. Horchen, Schauen, Staunen,
uns möglichst langsam fortzubewegen, um nicht zu schnell anzukommen.

 


Auch als wir wieder aus dem Antelope Canyon ausfahren ist kaum was los, es herrscht ziemliche Windstille und das Paddeln geht uns leicht von der Hand.


Die Sonne beleuchtet die Felsen am Ufer des Lake Powell. Noch erhitzt von der Mittagssonne strahlen sie eine angenehme Wärme ab.
Am blauen Himmel bildet sich leichte Schleierbewölkung.
- eine wunderbare Stimmung, so könnten wir noch tagelang Weiterpaddeln ...
 

aber dort vorne ums Eck wartet schon unser Nachtlager.


Für Ende Oktober ist es noch angenehm mild, so beschliessen wir noch ein Bad im Lake Powell zu nehmen.
So ersparen wir uns wenigstens die eigentlich längst überfällige Dusche.  wink
 


Erfrischt und so sauber wie seit Tagen nicht mehr rubbeln wir uns trocken und gehen zum gemütlichen Teil des Tages über:
Dinner for two mit romantischem Blick auf den Lake Powell.
Eine Doppelportion Chilli con Carne aus der Tüte, apple crumble zum Desert.
Das Wasser schwappt einige Meter unter uns leise an die Felsen, ansonsten ist es mucksmäuschen still.

Zum Abschluss des Tages werden wir dann noch mit einem pastellfarbenem Sonenuntergang überrascht.


Wenige Minuten später ist es dann schon dunkel, die ersten Sterne funkeln durch die Wolken.
Wir setzen uns noch mit einem heißem Kakao vor das Zelt und erfreuen uns des Outdoor-Lebens.

 

Im Augenwinkel sehen wir etwas zwischen Zelt und den Büschen hin und her huschen.
Immer wieder umrundet es unseren Lagerplatz. Mittelgroß, pelzig und mit großen Ohren. surprise
Es ist ein kleiner grey fox (eine Fuchsart die bekannt dafür ist sogar auf Bäume zu klettern --> grey fox )

Unglaublich wie scheinbar lautlos er sich bewegt, selbst wenige Meter entfernt hört man nicht das geringste Geräusch wenn er über den Sand huscht.
Mit der Zeit wird er immer mutiger und schnüffelt an unserem Zelt und unseren Rucksäcken. Wohl zu verführerisch sind die Düfte die aus unseren Packsäcken mit den Lebensmitteln strömen.
Dann legt er sich unweit von uns entfernt in den Sand und macht ein kleines Nickerchen. Selbst von unseren Taschenlampen lässt er sich nicht stören.
Ein wirklich niedliches Kerlchen !

 

Die Lebensmittel räumen wir dann lieber doch ins Zelt, auch wenn der grey fox noch so drollig dreinschaut,
wir wollen morgen früh schließlich auch noch was zum Frühstück übrig haben.
cheeky
 

Auch der sunrise am nächsten Morgen kann sich sehen lassen, Die Sonne findet eine Lücke zwischen den Wolken und leistet uns beim Start in den Tag Gesellschaft.


Im Hintergrund auf der anderen Seite des Sees sieht man Antelope Island.
Keine Chance dort an Land zu gelangen. zu niedrig ist das Wasser, zu steil der Fels.



Dann wird alles wieder runter zum Boot geschleppt, dort behelfsmäßigt verzurrt und befestigt und wir paddeln die letzte Meile zurück zur launch ramp.
Die Jungs vom Canoe-Verleih sind auch schon wach, aber so fertig wie sie aussehen hatten sie gestern Nacht anscheinend eine wilde Party.
Wir übergeben das Kajak und fahren nochmals zum Laden in die Stadt um unsere life vests zurückzugeben und uns zurückzumelden.
 

Es ist 11:00 am, das reicht sogar noch für einen kurzen Besuch bei Walmart,  smiley
aber dann müssen wir weiter, auf uns wartet ja schliesslich schon das nächste Abenteuer ...
 

to be continued ...

 

 

 

Cla
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Beigetreten: 24.06.2019 - 14:55
Beiträge: 311
RE: Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope C

Servus Christian

wieder 2 wunderbare Tage mit tollen Sonnenaufgang- und Untergängen!  Den Grey Fox hätte ich auch gern gesehen...

Ich hab da mal ein paar Fragen: 

1. Kann man am Lone Rock überhaupt noch baden? Wenn man deine Fotos anschaut, scheint das nur noch eine Pfütze. Wir waren da noch nie, und ich kann mir den Strand nicht wirklich vorstellen. 

2. Was für Neopren Socken habt ihr denn? Ich suche welche für die Narrows, habe aber nur welche bei Decathlon gesehen, die so dick sind, dass sie nie und nimmer in die Schuhe passen (waren wohl eher für Taucher mit Tauchstiefeln???)?

Ciao

Claudia

Bolly_Bollo
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Beigetreten: 04.04.2018 - 09:55
Beiträge: 158
RE: Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope C

Hallo Claudia,

wir waren nicht unten am Wasser, aber ich denke man kann schon noch baden.
Der Lake Powell ist ja noch nicht komplett trocken, sondern an manchen Stellen immer noch über 150 m tief.
Die Uferlinie hat sich halt nach hinten verschoben. Ich denke unten ist trotzdem noch ein normaler Badestrand.

Zu den Neoprensocken: Wir haben jeder zwei Paar.
Einmal relativ dünne um in die Schuhe anzuziehen (z.B. für die Narrows),
und dickere zum Kajak Fahren (also ich habe so eine Art Surf- oder Tauch-Füßling, aus dickem Neopren mit einer etwas festeren Sohle).
Schau einfach mal auf Amazon unter "Neoprensocken", da gibt es eine große Auswahl.

LG
Christian

Jani
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Beigetreten: 22.06.2015 - 09:27
Beiträge: 627
RE: Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope C

Wieder so ein toller Tag! Macht richtig viel Spaß bei euch mit zu lesen!

LG, Jani

Bolly_Bollo
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Beigetreten: 04.04.2018 - 09:55
Beiträge: 158
RE: Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope C

Hallo,

hier noch ein link zu einer fast tagesaktuellen "Wasserstandsmeldung" vom Lone Rock.

-->  lone rock

Sieht ja inzwischen noch übler aus ..  surprise

 

J0J0
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Beigetreten: 25.08.2009 - 19:59
Beiträge: 156
RE: Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope C

Der Lone Rock CG schaut aktuell sehr bescheiden aus.

Aber schau mal hier: Antelope Point. Da waren wir auch als baden und müssen wohl dieses Jahr dort auch wieder hin.  smiley

https://www.womo-abenteuer.de/forum/usa-mainland/routenplanung-usa/lower...

Grüße ...Jürgen ........We ´ll be back .....2022 !   Cool

eagle eye
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Beigetreten: 05.02.2013 - 15:06
Beiträge: 2932
RE: Tag 20: Lake Powell - mit dem Kajak unterwegs zum Antelope C

Hi Cristian,

tolle Paddeltour! Leider konnten wir nicht so weit in den Canyon hineinlaufen, weil mein Sohn keine Schuhe dabei hatteangry... Kinder...

Das Planen wir aber dieses Jahr nachzuholen. Ihr hattet mal wieder einen tollen Spot zum Übernachten und hattet noch dazu einen wirklich sehr süßen nächtlichen Besucher yes

Liebe Grüße, Mike

 

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