Womo-Abenteuer

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Tag 04: Von gefühlt "kalt" zur richtig kalt | Joshua Tree NP - Grand Canyon NP

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pegasus.2008
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Tag 04: Von gefühlt "kalt" zur richtig kalt | Joshua Tree NP - Grand Canyon NP
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
19.05.2019
Gefahrene Meilen: 
389 Meilen
Fazit: 
Sei auf alles vorbereitet, wenn Du in die Berge fährst

19.05. Joshua Tree NP – Grand Canyon NP (South Rim)

Meilen geplant:

374

Meilen gefahren:

389

Übernachtung:

Mather CG Grand Canyon NP

 

Temperatur

Wetter

Ort

 

 

Morgens

11.5°C

Bewölkt & windig

Joshua Tree

 

 

Mittags

26°C

Sonne / Regen

Kingman

 

 

Abends

0°C

Schnee

Grand Canyon

 

 

 

Das heutige Frühstück konnten wir leider nicht draussen geniessen. Dafür war es bei windigen, bewölkten 12 Grad einfach zu kalt. So haben wir es uns halt drinnen auf unserer Sitzecke gemütlich gemacht. Nach dem Frühstück musste alles für die Fahrt an den Grand Canyon verstaut werden. Übrigens, beim «Haupteingang» zum Joshua Tree NP hats auch einen riesigen Walmart… (Soviel zu "wir sind in der Pampa!")

Wir fuhren um 0950 Uhr ab, vor uns lagen 374 Meilen und somit gut 7-8 Stunden Fahrt. Die Site im Grand Canyon NP hatten wir vorreserviert, von daher bestand keine Eile.

Die Fahrt stellte sich noch als «die unendliche Geschichte» heraus, aber das sollten wir erst später merken. Zuerst führte die Strasse nur geradeaus durch die Wüste. Also wirklich geradeaus, x-Kilometer weit. Jede Kurve war mehr als Willkommen, andere Autos sah man sehr selten. Erst beim Lake Havasu, oder zumindest in dessen Umgebung, nahm der Verkehr wieder etwas zu. Dort konnten wir an einer Kreuzung tatsächlich mal anhalten, uns die Mägen füllen und die Blasen leeren. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bewölkte 26 Grad. Die Strassen waren etwas mühsam, da mehr schlecht als recht unterhalten. Selbst am Sonntag säumte sich hier Lastwagen an Lastwagen. Gegen 1330 Uhr passierten wir die Grenze zwischen Kalifornien und Arizona, kurze Zeit später kamen wir in Kingman an.

Dort wurde erst mal ein Ross – Dress for less aufgesucht (Mutti suchte Jogging-Hosen, da es am Grand Canyon eher kalt werden würde), dann musste auch Homie mal Futter kriegen, bevor wir unsere Vorräte bei Walmart wieder auffüllen konnten. Der Tankvorgang war schliesslich nicht so kompliziert wie gedacht.

Beim Walmart um die Ecke wurden wir wieder mal von dessen Grösse erschlagen und verbrachten mehr Zeit darin als geplant. Bei der Rückkehr zum PP hatte ich dann auch erstmal eine kleine bis mittelgrosse Panikattacke, weil ich dachte unser Homie sei weg! Schlussendlich nur falscher Alarm: Wir hatten einfach viel weiter hinten geparkt und davor hat sich ein riesiger LKW gestellt. So konnte man unser Womo erst im letzten Moment sehen. Also alles in Ordnung.

Das anschliessende Mittagessen im Panda-Express war mehr als oke. Zwischenzeitlich war es auch schon 1600 Uhr und wir mussten noch Dumpen. Das war die nächste Herausforderung: Wo und wie? Wo fanden wir via Google heraus (Mobiler Hotspot sei Dank) und der Rest war learning by doing. Das umschloss auch den gesamten Lastwagenverkehr (das waren sicher mehr als 30 Stück) an einer Tankstelle aufzuhalten. Aber einer Frau am Steuer wurde das ohne Gehupe milde verziehen. Erst gegen 1730 Uhr ging es weiter in Richtung Grand Canyon. Vor uns lag immer noch gut die Hälfte des Weges.

Anfangs wurden wir noch von Sonnenschein begleitet, aber der wurde rasch von Regen und, je höher wir kamen, auch von Schneefall abgelöst. Der Weg führte in die Berge, innert kürzester Zeit waren wir auf ca. 5'500 Fuss (ca. 1'700 M.ü.M.). Es kühlte auf ca. 1 Grad ab. Die letzten 50 Meilen mussten auf «normaler» Strasse zurückgelegt werden, also kein Highway mehr. Erst war es noch trocken, aber dann begann es zu regnen. Wir scherzten noch, morgen früh würde alles weiss sein… Da wussten wir noch nicht, dass uns das schneller blüht als erwartet.

Der Weg bisher war eigentlich kein Problem, aber die letzten 34 Meilen zogen sich schier endlos hin. Und aus dem Regen wurde leichter Schneefall, welcher mit der Höhe immer dichter wurde. Plötzlich setzte es auf der Strasse leicht an. Und etwas mehr. Und noch mehr. Und schwups, sah man gar nichts mehr, auf der Strasse lag urplötzlich 5cm Schnee. Und wir waren mit unseren 8 Tonnen-Teil mit Sommerreifen mittendrin. Im Schneckentempo, immer in der Angst abzurutschen oder steckenzubleiben, ging’s Kurve um Kurve bergauf und wieder bergab Richtung Mather Camp Ground. Zwischenzeitlich war es fast 2100 Uhr.

Beim NP Eingang waren die Schranken offen, es hatte eine Zahlstation. Mir war es zu spät, zu kalt, zu weiss zum Anhalten. Wir fuhren einfach durch *hat jetzt niemand gelesen!*

Wenigstens war der Weg auf dem Camp Ground wirklich gut beschrieben. Für ein 10 Meter Gefährt aber eher sehr eng, vor allem mit den schweren, vom Schnee herunterhängenden Ästen. Das Leveln funktionierte einwandfrei, nur die Heizung hatten wir nicht so im Griff.

Nach diesem Abenteuer brauchten wir alle noch ein richtiges Znacht. Es gab, um 2130 Uhr, Penne mit Tomatensauce. Mhhhh, richtig gut.

Wir plumpsten gegen 2215 Uhr ins Bett und hofften, nicht zu erfrieren. Soviel zu «12 Grad sind kalt»! Ach ja, der Camp Ground hätte voll sein sollen, zumindest gemäss Buchung. Praktisch alle Sites waren aber leer. Im Zelt war es ja auch nicht auszuhalten. Die Heizung liessen wir über Nacht übrigens nicht laufen, wir waren schliesslich sparsam und wollten nicht unnötig Propan verschwenden.

 

 

happybirgit
Bild von happybirgit
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Beigetreten: 07.11.2013 - 07:44
Beiträge: 176
RE: Tag 04: Von gefühlt "kalt" zur richtig kalt

Hallo Nadine,

 

ich bin ganz gebannt von deinem Reisebericht.

Du schreibst in einem tollen Stil und dein Abenteuer mit den Eltern scheint ein Erfolg gewesen zu sein.

Dieser Tag ist schon heftig, Hut ab.

 

Liebe Grüße aus dem Schwabenland, Birgit

Esthi71
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Beigetreten: 31.12.2013 - 11:44
Beiträge: 1408
RE: Tag 04: Von gefühlt "kalt" zur richtig kalt

Oh la, la!!! Schneefall und Sommerpneu - ein Albtrau... Hoffentlich schmilzt der Schnee dann noch rechtzeigit, liebe Nadine

 

Grüssli Esther

pegasus.2008
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Beigetreten: 27.02.2019 - 11:33
Beiträge: 62
RE: Tag 04: Von gefühlt "kalt" zur richtig kalt

Birgit, vielen Dank smiley Ich geb mir mühe! Der Bericht ist eigentlich auch gleich unser Reisebericht, denn ich irgendwann mal drucken lassen möchte. Muss nur mal noch Zeit finden, um die Fotos schön einzufügen. Der Urlaub war alles in Allem absolut traumhaft! Wenn ich das so schreibe, würde ich eigentlich gerne wieder gehen, am besten gleich jetzt!

Der Tag an sich mit fahren ging eigentlich noch. Wirklich unangenehm wurde es erst, als der Schnee ansetzte. Das war mühsam.

Esther, ja, Schneefall und Sommerpneus vertragen sich nicht wirklich. Aber es ist ja zum Glück alles gut gegangen. Kleiner Spoiler, ganz weg geht der Schnee leider auch morgen nicht und er wird uns noch durch unsere ganze Tour begleiten.indecision