Schon lange bevor wir diesen Park erreichten, gab es einige Aufregung. Es galt nämlich, eine Site auf dem Devil's Garden Campground zu ergattern. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn die Plätze sind überaus begehrt, haben sie neben der einmaligen Lage inmitten herrlichster Felsformationen auch noch einige andere Vorteile, so zum Beispiel die Nähe zu den attraktivsten Wanderwegen, und man braucht sich nicht vorab um ein Timed EntryTicket (das ist ein Ticket, vorab online zu erwerben, mit dem man an einem bestimmten Tg zu einer festgelegten Zeit in den Park fahren darf) zu bemühen, denn ohne dieses kommt man gar nicht in den Park hinein. Und wenn man eines bekommen hat, steht man am Parkeingang in einer langen Autoschlange. Wohlgemerkt, auch im Mai, wo die Hauptsaison noch nicht einmal begonnen hat.
6 Monate vor unserem geplanten Aufenthalt im Arches NP saßen wir also an unseren PC's, zu dritt wohlgemerkt, und jeder an seinem. So erhöht man die Chance, einen Platz auf dem Devils's Garden CG zu ergattern, schon mal um einiges. Dass man die entsprehende Seite bei recreation.gov geöffnet hat und bereits eine Site auserwählt hat, sollte klar sein. Punkt 16 Uhr (für die Zeitangabe gebe ich keine Garantie, man muss aber die auf der Website von recreation.gov angegebene amerikanische Mountain Time in die MEZ umrechnen) klickten unsere Finger auf den Reservierungsbutton und... leider waren andere schneller. Am nächsten Tag, zweiter Versuch, klickte ich bereits 1 Sekunde vor 16 Uhr den Button an und hatte Erfolg. Nun ist noch etwas Zeit für die finale Bestätigung und die Bezahlung. Geschafft. Der Nachteil: Wir waren dazu verdammt, am 20.Mai im Arches zu erscheinen.
Und das klappte zum Glück. Unterwegs machen wir die Bekanntschaft eines netten Schweizer Ehepaares, die keine Reservierung für den Devil's Garden hatten, kein Problem, es sind 2 Fahrzeuge auf jeder Site erlaubt und so haben wir obendrein noch nette Gesellschaft .
Erste Aktion gleich am Ankunftstag ist die Wanderung zum Delicate Arch zum Sonnenuntergang. Vor 15 Jahren war ich hier schon einmal, habe also noch Bilder im Kopf von einem staubigen kleinen Parkareal und ein paar Leuten, die dasselbe vorhatten wie wir. Jetzt sieht das anders aus, ein riesiger Parkplatz taucht auf, au weia, sooo viele Menschen! Wollen die alle zum Arch? Kein Wunder, ist der Weg zumindest zu Beginn fast rollstuhlgerecht ausgebaut und vermittelt den Eindruck, jeder könne mal eben hochlaufen. Dem ist aber mitnichten so und so kommen uns auf der riesigen Felsplatte, die stetig bergan steigt, so einige Leute entgegen, denen offenbar die Puste ausgegangen ist. Als wir nach gut einer Stunde den Felsbogen erreichen, sind gar nicht mehr so viele Leute da und es ist viel angenehmer als befürchtet. Kein Gedränge, sondern geduldiges Warten auf den Platz unter dem Arch für das ultimative Instagram-Foto. Machen wir nicht, sondern genießen einfach den Anblick im Licht der untergehenden Sonne.
Auf dem Rückweg kommen uns noch etliche Wanderer entgegen, obwohl es fast dunkel ist. Vielleicht sollte man tatsächlich noch länger bleiben, der Arch unterm Sternenhimmel ist sicher ein tolles Fotomotiv. Wenn der Rückweg nicht wäre....
Am nächsten Tag fahren wir mit unseren E-Bikes zur Windows Section. Dort gibt es eine ganze Ansammlung verschiedenster Felsbögen, zum Beispiel einen Doppelarch und die Windows, zwei nebeneinander liegende Felsbögen, die auch etwas Ähnlichkeit mit einer überdimensionierten Brille haben. Mit den Rädern zu fahren, war eine gute Idee, denn selbst am frühen Morgen sind alle Parkplätze belegt. Die Menschenmassen bewegen sich zum Glück nur auf den befestigten Wegen zu den Highlights, sobald wir etwas abseits gehen, sind wir (fast) alleine. Diese Erfahrung machen wir fast überall, sogar im Grand Canyon NP.
Auf dem Rückweg halten wir noch an verschiedenen Aussichtspunkten und laufen zum Sand Stone Arch. Der ist weniger interessant, aber der Weg durch die Steinplatten ist beeindruckend und vielleicht eine Alternative zu Fiery Furnace, für dessen Erkundung man wiederum ein Permit braucht, um das wir uns nicht rechtzeitig gekümmert haben.

Delicate Arch

die Windows

Double Arch in der Windows Section

Weg zum Sand Stone Arch

Am zweiten Tag können wir direkt am Campingplatz starten, denn nicht weit entfernt beginnt der Devil's Garden Trail. Bis zum Landscape Arch ist der Weg prima ausgebaut und von jedermann zu gehen, danach wird es rauer und zuletzt sollte man schwindelfrei sein. Wir machen kurze Abstecher zum Navajo und Partition Arch und sind fest entschlossen, es bis zum Double-O-Arch zu schaffen. Der ist nicht unbedingt spektakulärer als die anderen, dafür der Weg dorthin umso mehr. Es geht stellenweise über die senkrcht stehenden Steinplatten, links und rechts geht es steil runter und der Grat oben ist manchmal ganz schön schmal. Ab und zu muss man rutschen oder klettern und so gestaltet sich diese Wanderung zu einer Erlebnistour mit einer Prise Abenteuer. Wobei es eigentlich nie richtig gefährlich war, nur schwindelfrei sollte man sein.
Nach 5 Stunden kommen wir ziemlich geschafft, aber glücklich, wieder auf dem Campingplatz an.



Diese Felsformationen sieht man, wenn man den Pfad am mittleren Sanitärhaus des CG geht.

Hallo Gisa!
Ich lese immer noch mit. Die letzten Einträge erinnern mich sehr auf unsere Überführung 2019.
Ich wünsche euch weiterhin allzeit gute Fahrt!
Es gibt für uns noch viele Fragen, wir haben die Welt nicht überall gesehen!
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