Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 19: Caron Creek RV Park nach Fort St. John

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Ghostbear
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Zuletzt online: vor 5 Tage 3 Stunden
Beigetreten: 13.08.2019 - 16:30
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Tag 19: Caron Creek RV Park nach Fort St. John
Steckbrief
Reisedatum: 
01.06.2019
Gefahrene Meilen: 
120 Meilen

Wir wurden um 5 Uhr vom ersten Zug geweckt, nicht nur, dass er die Erde zum Beben brachte, nein, er musste natürlich auch pfeifen was das Zeug hält! Wir schliefen dann friedlich weiter bis die Kleine kurz vor 8 beschloß, dass jetzt Zeit zum Spielen war. Heute hat die Kaffeemaschine mal wieder den Kaffee gekocht, aber der Toaster blieb kalt, denn wir hatten ja noch gutes Brot im Tiefkühlschrank.
Wir verließen den Platz gegen halb 11 und hielten in Chetwynd bei gleich 2 Banken, weil wir Bares brauchten und der erste ATM außer Betrieb war. Die Kettensägenkunst, die hier Leben in die Stadt bringen soll bewunderten wir nur im Vorbeifahren. Dann ging es ab vom John Hart Highway auf den Don Phillips Way weiter gen Norden. Kurze Zeit später sichteten wir mal wieder einen Schwarzbären, der rannte allerdings schnell über die Straße und in den Wald, keine Ahnung bei was wir ihn erwischt hatten! Nach der Brücke über den Peace Canyon schauten wir uns den Peace River Dam an, hielten für eine Fotosession mit Wapiti und in Hudsons Hope bogen wir zum W.A.C. Bennett Dam ab. Kurz vor dem B.C.Hydro Besucherzentrum wurden Fahrzeug und Fahrer registriert. Die 13.30 Uhr Führung war von einer Reisegruppe Mormonen komplett gebucht, so dass wir bis zur 14.30 Uhr Führung in den Damm warten mussten.
Wir schauten uns das Vistor Center an, welches sehr informativ über Stromerzeugung im Wasserkraftwerk, den Bau des Damms und auch seine teils katastrophalen Folgen für die Natur und die First Nations informierte.
Der Damm ist der 7 bis 9 (je nachdem, wen man fragt ) grösste Damm der Welt und wurde mit enormen Aufwand in der Mitte des 20. Jh. in die wenig erschlossen Gegend gebaut. Der Damm staut den Peace River im Williston Reservoir, welches aus dem Weltall aus sichtbar ist und fünf ! Jahre gebraucht hat, bevor es vollständig gefüllt war. Seit 1980 oder so sind alle 10 Turbinen betriebsbereit und können ca. 2700 MW Leistung liefern...was wohl ne Menge ist.
Der Peace River Dam steht flussabwärts und verwertet das Wasser dann nochmals.
Weil noch Zeit war, gab es noch eine Dose Hühner-Nudeltopf zu Mittag.
Gegen 14.30 Uhr machten wir uns dann mit der Tour auf und fuhren mit einem Bus gute 150m runter an den Fuß des Dammes und dann auch schlussendlich in den Damm hinein, ins Powerhaus, welches fast so hoch wie der Eiffelturm ist. An verschiedenen Stationen wurde uns erklärt, was so passiert, wie und warum. Es ist wirklich beeindruckend in einem solchem Bauwerk zu sein. Wieder oben im Visitor Center gab es dann noch einen kurzen Film über das Projekt und Wasserkraft im Allgemeinen zu sehen.
Zum Abschluss entschlossen wir uns dann noch dazu selbst über den Damm zu fahren, was auch ein sehr tolles Erlebnis war, grade im Wohnmobil und mit Seitenwind. Obwohl der Damm an seiner Basis gut 1km breit ist, hat man von der Krone den Eindruck, dass die Wände senkrecht abfallen würden.
Der Weg vom W.A.C . Bennett Dam weg führte uns dann entlang des Peace River Valley und des Don Philipps Way weiter nach Fort St. John und in den Charlie Lake Provincial Park.
Das Peace River Valley hat sich von seiner schönsten Seite gezeigt, Berge an den Seiten, Grassland mit Birkenwäldern und natürlich der Peace River. Schade, dass man wohl ab 2023 ein Boot für die 100km lange Fahrt von Hudson's Hope nach Fort St. John nehmen muss, denn der Fluss soll noch ein drittes Mal gestaut werden und das Reservoir soll das gesamte Tal umfassen. Site C ist der Projektname und es ist höchst umstritten, grade wegen der verherrenden Auswirkungen auf das Gebiet und die Lebensart der First Nations, die seit Jahrhunderten in diesem Tal leben.  Über diesen dritten Damm gab es im Visitor Center keine Informationen, Josef erzählte davon, ein paar Protestschilder waren am Weg zu sehen und der Rest wurde gegoogelt.
Wer also das wunderschöne Peace Valley noch sehen will: bis 2023 ist noch Zeit.
Ab morgen geht es dann wieder zurück in den Süden, weiter nordwärts werden wir dieses Mal nicht kommen.
Spruch das Tages: Have a dam good day!
P.S.: Natürlich gab es mal wieder das übliche zum Abendessen: Hot Dog und Steaks vom Grill, Salat und Kartoffeln. Und das Wetter war heute mal etwas angenehmer und es gab gerade soviel Regen, dass man es wagen konnte, den Scheibenwischer zu bedienen. Auf knapp 1500 Meilen hatten wir schon eine Menge Viecher eingesammelt.