Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 16: Ten Mile Lake nach Crooked River PP

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Ghostbear
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Zuletzt online: vor 5 Tage 3 Stunden
Beigetreten: 13.08.2019 - 16:30
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Tag 16: Ten Mile Lake nach Crooked River PP
Steckbrief
Reisedatum: 
29.05.2019
Gefahrene Meilen: 
115 Meilen

Wir starteten spät, erst gegen Mittag, und fuhren zuerst zur Day-Use-Area am See, wo uns schon beim Aussteigen auf dem beinah leeren Parkplatz, ein Lärmpegel empfing, der sofort an Freibad erinnerte. Am Ufer angekommen fanden wir entsprechend viele junge Menschen teilweise im See planschend vor. Wir haben uns eine Weile umgeschaut und verschiedene Libellen zu sehen bekommen.

Unser nächstes Ziel war der Pinnacles Provincial Park, der hinter Quesnel auf einem Berg liegt. Der Parkplatz war zwar klein, zum Glück aber auch fast leer. Nach dem Auftragen der Sonnencreme kam die Kleine in die Marsupi und da der zu bewältigende Weg nur einen Kilometer betragen sollte, nahmen wir noch eine Flasche Wasser in die Hand und starteten. Auf dem Weg durch den Wald gab es nur wenig Schatten und so wurde uns mal wieder sehr warm. Die Aussicht auf das Tal war sehr gut, der Viewpoint an den Hoodoos zum Glück mit einem Zaun am Abgrund versehen.
Zurück in Quesnel machten wir noch einen kurzen Gang zum Fraser River. Direkt am Fraser gibt es einen großzügigen Parkplatz für Wohnmobile, an dem man sogar kostenlos dumpen und Frischwasser übernehmen kann.
Ein Sprung über den Highway führte uns an die Stelle, wo bis zum Anfang des 20. Jh. noch Raddampfer anlegten, die den Fraser River befuhren. Weil der Fraser aber mitunter ziemlich reissend ist, sind so gut wie alle Dampfer innerhalb der ersten 15 Jahre entlag des Flusses havariert und gesunken.
Die heutige Fussgängerbrücke aus Holz war lange Zeit die einzige Chance über den Fluss zu kommen, wollte man nicht Kanu fahren oder eine der wenigen Fähren suchen. Die Cowboys sollen bis dato alljährlich im August die Rinderherden schwimmend durch den Fluss getrieben haben, schwer vorstellbar, bei der Strömung, die heute hier herrscht. In den 1970er Jahren wurde dann die heutige Betonbrücke erbaut, um der wachsenden Holzindustrie Rechnung zu tragen.
Nach unserem Ausflug zum Fraser machten wir uns weiter auf gen Norden und erreichten als nächsten Halt Prince George. Knapp 70.000 Menschen sollen hier leben, die sich allerdings gut verteilen, so dass es insgesamt wenig städtisch wirkt.
Hier deckten wir uns mit neuem Proviant und Benzin für die nächsten Tage ein, denn die nächsten 450 km bis Dawson Creek sollten wenig Einkaufsmöglichkeiten bieten. Auf dem Parkplatz wurden wir noch nach Kleingeld angehauen, da wir aber üblicherweise mit Karte zahlen, erlaubten wir dem Mann unseren Einkaufswagen wegzufahren und den Dollar Pfand zu behalten...
Von Prince George zum Crooked River PP waren noch über 70 km zu überwinden, aber wir brauchten keinen privaten Campground und hatten somit auch keine Lust drauf. Und die Richtung stimmte ja. Die Aussichten auf dem Highway waren teilweise grandios, meistens natürlich auf die umliegenden Bäume beschränkt und auf riesige verbuschte Schneisen mit Hochspannungsleitungen. Etwa 10 km vor dem Ziel sahen wir etwas in einem See oder Flußarm unweit der Straße und es schien sich zu bewegen. Auf den zweiten Blick war es tatsächlich kein Baumstamm, sondern ein kapitaler Elch, der bis zur Schulter im Wasser stand. Vermutlich war es ihm auch zu warm... Es wird wahrscheinlich kein nächstes Mal geben, aber wenn, dann halten wir und machen ein Foto. Wir werden dieses Erlebnis auch ohne nicht vergessen. Am Provincial Park angekommen, entschieden wir uns schnell für die Site, die am weitesten vom Highway entfernt liegt. Es war schon 7 und die Mücken schienen uns zu aktiv und so gab es zum Salat tiefgefrorenes Hähnchen, das kurzerhand in der Mikrowelle zubereitet wurde. Zum Nachtisch gab es noch ein Stück Applepie!