Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 23: Sulphur Gates zum KOA, Hinton

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Ghostbear
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Zuletzt online: vor 5 Tage 4 Stunden
Beigetreten: 13.08.2019 - 16:30
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Tag 23: Sulphur Gates zum KOA, Hinton
Steckbrief
Reisedatum: 
05.06.2019
Gefahrene Meilen: 
95 Meilen
Fazit: 
Nie wieder KOA

Über Nacht ist es kalt geworden, knapp über 0 Grad Celsius lt. kluger Wetterapp. Also hatten wir es mit dem Aufstehen nicht eilig und warteten, bis die Heizung eine ordentliche Temperatur im Inneren geschaffen hatte. Nach dem Frühstück begann es wieder zu regnen und so beschlossen wir, nach einer Dusche, nicht nochmals zu den Klippen zu gehen, auch weil der Weg nicht unbedingt besser wird, wenn er nass ist.
Wir sind dann auch erst nach 11 aufgebrochen und schlichen die nun nasse Schotterpiste zurück zum Highway. Wir fuhren zuerst zum Besucherzentrum von Grande Cache, welches sehr gut sein soll und auch ist. Eine Mitarbeiterin erkundigte sich, wie schon fast üblich in den Centern, danach wo wir herkommen, welchen Weg wir planen etc.. Unsere Kleine setzte gleich wieder ihr strahlendes Lächeln auf, mit dem sie die Herzen gewann. Im Allgemeinen sind die Menschen hier viel begeisterungsfähiger in Bezug auf Babys und fast überall wo man mit Baby hinkommt, wird das Baby gleich Thema. Nachdem wir uns Draussen wie Drinnen über die Region und die Stadt informiert hatten, sind wir weitergefahren Richtung Süden. Grande Cache wurde erst Mitte des 19. Jh bedeutend, nachdem dort erst Kohle und später dann Öl und Gas gefördert wurden. Der Name stammt wohl von einem Indianertrapper, der aus der französichen Gegend Kanadas stammte und in Britsh Columbia Felle erbeutete, die er zurück in die Heimat schaffen wollte. Auf dem Rückweg war der Schnee in der Region allerdings so tief, dass er ein "Cache" anlegte, ein Lager für die Felle über dem Schnee. Felle konnte man übrigens auch im Visitor Center kaufen. Hasenfelle für 30 Dollar, Schneefuchs für 160, Dachs für 240 und ein Wolfspelz für 560 Dollar. Auch ein Kopf eines Bighorn Sheeps für an die Wand stand zum Verkauf, ohne Preisangabe. Der Import hätte aber evtl. auch Fragen vom Zoll nach sich gezogen.
Der Bighorn Highway hat uns erst wieder mit einer Baustelle gebremst und später dann mit schlechtem Strassenbelag und Schlaglöchern. Dazu kam Wind und immer mal wieder Regen, einmal fuhren wir sogar an frischem Schnee vorbei. Die knapp 130km von Grande Cache bis zum William A. Switzer Provincial Park sind fast unbesiedelt, die Ausblicke auf das Land entlang des Highways aber wieder ein Genuss. Unser Ziel im Switzer Park war der Athabasca Lookout, ein Panorama Viewpoint auf die Rocky Mountains. Dieser Viewpoint ist lt. Parks Alberta vom letzten Ende des Parkplatzes am Hinton Nordic Center zu erreichen. In unserer Vorstellung war da nun ein Gebäude mit einem Parkplatz, den man bis zum Ende durchfährt und sich dann auf den 1km Fussweg bergauf zum Lookout macht. In der Realität fährt man zum Nordic Center vom Highway ab und dann erstmal 500m über unbefestigte Strasse zur geschlossenen Schranke, an der ein Schild mitteilt, dass die Schranke ohne Vorwarnung geschlossen werden kann...das ist nun also passiert. Ein Blick auf Google Maps verrät, dass der Parkplatz eigentlich 3 Parkplätze sind, die alle an der Strasse, die vor uns liegt gelegen sind. Die ist durch den Regen ziemlich schlammig geworden, sieht aber befahrbar aus. Also sind wir losgefahren, wie bei uns daheim im Koog zur Kohlernte, nur mit mehr Modder auf der Strasse. Dazu ein Frontantrieb, bummelig 7t Wohnmobil und Hügel zum Hoch- und Runterfahren. Beim nächsten Parkplatz verließ uns der Mut und wir drehten um. Der Fußweg von dort zum Lookout wäre mit der Kleinen auch kein Spass geworden. Wir fuhren den Weg zurück zum Highway und von dort erstmal zurück zum Visitor Center des Parks, welches schon geschlossen hatte, aber immerhin auch eine tolle Aussicht bot, vielleicht nicht ganz so spektakulär wie am Athabasca Lookout, aber dafür waren wir drei alleine hier. Wir waren uns einig, dass wir lange genug unterwegs gewesen sind für diesen Tag und sind dann nach Hinton zum KOA Campground gefahren, Wir haben bisher immer einen Bogen darum gemacht, aber heute wollten wir das ändern, ausserdem gibt es von Road Bear einen 10 Prozent Gutschein für KOA Plätze. Das Büro wurde von 3 Jugendlichen betrieben, von der eine, vlt. 16 oder so, uns eincheckte und uns eine Site zuwies. Ich gab an, dass wir 2 Erwachsene und ein Baby sind und einen 10 Prozent Gutschein für KOA Plätze hätten. Nach dem bezahlen von gut 61 Dollar ! tauchte gleich ein älterer Asiate auf, der mir sagte, dass er mich einweisen würde und er führte mich aus dem Büro. Draussen rief er einem Mann im Golfcart zu, dass er uns zu Site 21 bringen solle. Wir fuhren dem Cart hinterher zu Site 31...hat der Mann im Golfcart so verstanden. Unsere Map mit der 21 darauf hat ihn aber überzeugt, dass wir dorthin sollen. Dort angekommen, checkte ich die Rechnung mit einer Onlinereservierung gegen und kam zu dem Schluss, dass ein Kid (7-17), zuviel berechnet wurde (5 Dollar) und die 10 Prozent auch nicht abgezogen wurden. Also zurück zum Büro und den Preis reklamieren. Das fand der ältere Asiate (ist scheinbar der neue chinesische Besitzer des Parks) gar nicht witzig. Angeblich würde es auch kein Unterschied machen, dass auf meiner Quittung 1x Kid und 1x Free steht, weil das free würde sich auf das kid beziehen. Als ich dann vor Ort in meiner KOA App 2x Adult und 1x free eingegeben hatte und es einen Unterschied von 5 Dollar gab, wurde plötzlich eine Gebühr erhoben, weil wir nicht reserviert hatten, sondern unangemeldet aufgetaucht sind. Höhe der Gebühr? Genau. 5 Dollar. Von dieser Gebühr hatten wir noch nie gehört und eine spätere Nachforschung im Internet ergab, dass sich auch schon andere über diese lokale Spezialität gewundert haben. Offiziell erwähnt wird sie jedenfalls nicht. Da ich aber im Urlaub war und immerhin 6 Dollar Rabatt bar ausgezahlt bekommen hatte (10 % der Bruttosumme), hatte ich auf weiteres Feilschen verzichtet.
Zum Abendessen gab es dann Nudeln und die Sonne kam nochmals raus, so dass der Abend ganz schön geworden ist, mit Blick auf die Berge....wenn man denn an den riesigen Wohnmobilen vorbeigeschaut hat, die hier standen.