Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

31. Juli 2022 - Yellowstone National Park

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Bea
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Beigetreten: 23.05.2018 - 05:39
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31. Juli 2022 - Yellowstone National Park
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
31.07.2022
Gefahrene Meilen: 
25 Meilen
Fazit: 

Um 5.35 Uhr klingelte der Wecker zum ersten Mal. Brrr... es war wieder frisch. Bis ich mich unter der warmen Decke hervorzwingen konnte, war es fast 6 Uhr. Wir hatten Strom und so wurde als erstes die Heizung eingeschalten.
Als es dann ein bisschen wärmer war, krochen auch unsere Jungs aus ihren Betten. Heute gabs zum Frühstück Toast mit Confi, Nutella und Honig. Kurz nach 7 Uhr machten wir uns - mit leerem Abwasser- und vollem Frischwassertank auf den Weg Richtung Grand Canyon of the Yellowstone. Wir hatten uns heute nicht viel vorgenommen, wollten jedoch früh dran sein, in der Hoffnung, im Hayden Valley noch das eine oder andere Tier zu Gesicht zu bekommen.
Schon bald stieg uns wieder Schwefelgeruch in die Nase, die Bisons schienen aber wie vom Erdboden verschluckt. Doch drei Kurven später, stand plötzlich die ganze Herde gleich neben der Strasse. Viele Autos fuhren rechts raus, um Fotos zu machen und selbst die, welche weiterfahren wollten, kamen nicht weit. Vier Bisons schien es auf der Strasse zu gefallen und so verursachten sie einen richtigen Bison-Stau.

 

 

Wir sahen dem Treiben ein Weilchen zu und machten viele Fotos. Irgendwann entschieden wir uns, weiter zu fahren, aber gaaaaaanz langsam, in der Hoffnung, dass auch wir noch einen Bison über die Strasse lassen müssen. Das ging so lange gut, bis ein Ranger mit seinem Auto blau-rot-weiss-blinkend uns zum Weiterfahren drängte.
Immer wieder sahen wir viele Fotografen, die mit Stativen und riesigen Teleobjektiven auf den Hügeln standen und auf das perfekte Foto hofften.
Wieder ein paar Meilen weiter standen einige Autos am Strassenrand und Leute, die alle in die gleiche Richtung fotografierten. So hielten auch wir und entdeckten einen Hirsch mit riesigem Geweih. Leider lag dieser im Gras, sodass wir nicht erkennen konnten, wie gross er ist. Irgendwann wird er sich schon erheben, dachten wir und hofften, dass er nicht so lange auf sich warten liess, wie der Geysir. Währenddessen lief ein Reh mit zwei Kitz über die Wiese und rannte dann in den Wald.
Kurz danach stand der Hirsch plötzlich auf, stand einen Moment still und lief dann gemütlich das Tobel hinunter. Was für ein toller Anblick!

 

 


Nach insgesamt nur rund 30 Minuten reiner Fahrzeit kamen wir im Canyon Village an und gingen zuerst ins Visitor Center, wo wir eine Karte mitnahmen von der Umgebung, in der auch die Trails eingezeichnet sind. Der Tag war noch jung und so entschieden wir uns, heute den North Rim zu erkunden. Vom Parkplatz der Lower Falls liefen wir zuerst zu den Upper Falls. Ein Weg führte dort an die Stelle, wo das Wasser über die Kante fliesst. Selbst wir wasserfall-gewohnten Schweizer waren beeindruckt von diesem Anblick.


 

Auf dem gleichen Weg gings zurück und dann hinunter etwas in den Canyon hinein zu der Stelle, wo die Lower Falls 93 Meter über die Kante hinunter donnerten. Die Gischt spritzte weit und so waren die Wände des Canyons teils mit saftigem Gras bewachsen.

 



Wir hielten danach noch an verschiedenen Viewpoints an und trafen dabei immer wieder auf eine Gruppe Schweizer, die mit gemieteten Harleys eine 4-wöchige Tour unternehmen. Einer davon war - so berichtete uns eine der Fahrerinnen - seit einem Motorradunfall vor 25 Jahren querschnittgelähmt und sein grosser Traum war es, mit seiner selber umgebauten Harley (mit Extra-Kofferraum für seinen Rollstuhl) eine Tour durch die USA zu unternehmen. Wir fanden es sehr schön, dass diese Kollegen ihm diesen Traum verwirklichten.

 



Gegen 15 Uhr trafen wir dann auf dem Canyon Village Campground ein, wo wir für die nächsten zwei Nächte reserviert hatten. Wir genossen den Nachmittag mit Frantic spielen unter den vielen schattenspendenden Tannen. Zum Abendessen gabs die restlichen Chicken Nuggets von gestern und Tomatenspaghetti. Als es dann eindunkelte, kamen immer mehr Mücken, sodass wir in den Camper flüchteten und schon bald ins Bett gingen.