Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

02. August 2022 - vom Yellowstone National Park nach Cody

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Bea
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Beigetreten: 23.05.2018 - 05:39
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02. August 2022 - vom Yellowstone National Park nach Cody
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
02.08.2022
Gefahrene Meilen: 
123 Meilen
Fazit: 

Nach einer milden Nacht (es war draussen noch etwa 16 Grad) klingelte kurz vor 5 Uhr der Wecker. Also standen wir alle auf, zogen uns an und fuhren bereits um 5.23 Uhr vom Platz. Erstes Ziel war das Hayden Valley, in der Hoffnung, während der Dämmerung viele Wildtiere - am liebsten natürlich  Bären - zu sichten.
Wir waren nicht die einzigen, die den Campground bereits so früh verliessen und auch nicht die einzigen, die im Hayden Valley auf Tiere hofften:

 

 

 

Schon nach kurzer Zeit sahen wir die ersten Rehe. Bald darauf folgten schon fast selbstverständlich Bisons.

 

Auch schön, aber wir wollten doch soooo gerne nochmals einen Bären sehen. Wo sind die denn nun? Wir durchfuhren langsam das Valley immer aufmerksam rechts und links zum Fenster hinaus spähend. Immer wieder entpuppten sich dunkle Punkte im Gras durch das Fernglas als Bisons und leider nicht als Bären. Kurz bevor wir den Yellowstone Lake erreichten, hatten wir noch immer keinen Bären gesichtet. Also umkehren und es von der anderen Seite her nochmals versuchen. Plötzlich meinte unser Jüngere, er hätte etwas gesehen, was ein Bär sein könnte. Wir dachten schon, dass es sich sicher wieder um einen Bison handelt, erkannten jedoch dann durch das Fernglas, dass der dunkle Punkt tatsächlich einer war! Wow!! Unsere Geduld wurde belohnt! Auf sicherer Distanz lief er gemütlich am anderen Ufer des Yellowstone River entlang.

 

 

Ach, wie wir diesen Anblick genossen! Hatten wir doch tatsächlich das Glück, nochmals einen Bären zu sehen. Und nach dem Black Bear nun auch noch einen Grizzly. Als er hinter einem Hügel verschwand, fuhren wir weiter, in der Hoffnung, ihn weiter vorne nochmals zu sichten. Dies war jedoch leider nicht der Fall. Wenig später, standen wieder einige Autos am Strassenrand. Wir hielten auch an und da meinten die Leute, sie hätten soeben ein Grizzly gesehen, der jetzt jedoch im Gebüsch verschwunden sei. Auf einem Baum nicht weit von uns sass zuoberst auf der Spitze ein Weisskopfseeadler und über dem River setzte ein Schwarm Gänse zur Landung an. Es war wirklich sehr eindrücklich, all diese Tiere frühmorgens zu beobachten! Dann hielten wir an einem pull out an und bereiteten das Frühstück vor. Die Jungs assen im Camper, während mein Mann und ich den Campingstuhl rausnahmen und während des Essens den Blick auf den Yellowstone River genossen, auch wenn es doch noch recht frisch war. Ein privates Tour-Fahrzeug hielt neben uns an und die 4 älteren Damen, die ausstiegen, hielten einen kurzen Schwatz mit uns und fanden, dass es schlechtere Orte für ein Frühstück gab. Wie recht sie hatten!
Nach dem Frühstück, war es dann leider Zeit, den wunderschönen Yellowstone zu verlassen. Die Fahrt nach Cody dauerte knapp 2 Stunden und war überraschend schön - trotz grauem und teils nassem Wetter. Die beiden Fotos wurden zwar durch die schmutzige Windschutzscheibe geschossen, vermitteln aber hoffentlich trotzdem einen Eindruck von der Fahrt:

 

 

Beim Buffalo Bill Dam hielten wir an, während unser Grosser wegen "kein Bock" und mein Mann mit Kopfschmerzen im Camper blieben, stiegen unser Jüngere und ich aus und liefen Richtung Visitor Center. Wir kamen nun ein paar Meter weit, als uns eine Frau auf einem Golf-Kart ansprach, ob wir denn nicht fahren wollten. Na ja... eigentlich wollte ich ja mal die Beine vertreten, als ich aber das Strahlen im Gesicht meines Sohnes sah, gab ich nach und so gabs noch ein kurzes, nettes und interessantes Gespräch mit der Fahrerin. Auf dem Dam blies uns der starke Wind fast weg. Trotzdem machten wir ein paar Fotos und danach noch einen kurzen Rundgang durchs Visitor Center, wo wir uns noch den interessanten Film über den Bau der Staumauer anschauten.

 

 

 

Zurück zum Camper gings ganz zur Freude meines Sohnes wieder per Golf-Kart. 
In Cody angekommen, war im Walmart mal wieder Grosseinkauf angesagt - wir hatten ja seit 8 Tagen nicht mehr richtig eingekauft.
Als wir später auf dem Ponderosa Campground ankamen, machte uns die nette Dame im Office auf die Cody Cattle Company aufmerksam, die Tickets anbot für ein all-you-can-eat Dinner inklusive einer Show und anschliessendem Rodeo. Das klang dann doch sehr verlockend und auch wenn Rodeos umstritten sind, wollten wir uns selber mal ein Bild von so einem Happening machen. Also reservierten wir wenig später online einen Tisch für heute Abend. Dann wurde wieder mal gewaschen. Immerhin nur 2 Maschinen, was ja mit den amerikanischen Waschmaschinen schnell erledigt war. 
Um 16.50 Uhr wurden wir vom Free Shuttle von der Cody Cattle Company abgeholt. Der Driver war sehr nett und informierte uns gleich darüber, dass wir nachher beim Rodeo nicht auf der Haupttribüne, sondern auf der Gegenüberliegenden Platz nehmen sollten. Erstens hätten wir da bei den Bänken Rückenlehnen und zweitens sei das die Seite, wo die Cowboys ihre Pferde bzw. die Bullen bereit machten. Ein toller Tipp, wie sich später herausstellte.
Bald war 17.30 Uhr und das Buffet war eröffnet. Wir füllten uns die Bäuche mit Beef und Chicken, Kartoffeln, Cheesemaccaroni, Salat, Coleslaw usw. Ich glaube, ich habe unseren Kleinen noch nie vorher soviel essen sehen! Es war wirklich fein. Pünktlich um 18.30 Uhr begann die Show. Ein Gitarrist, ein Bassgitarrist, einer mit Geige und eine Frau am Piano gaben traditionelle Country Musik, aber auch moderne Stücke zum Besten und das wirklich gut! Es war sehr unterhaltsam.

 

 

 

Eine Stunde später war das Programm zu Ende und wir liefen in die nahe Arena für das Rodeo. Und schon kam Wild West Stimmung auf. Viele Zuschauer trugen Cowboyhüte und -stiefel und es stand ein riesiger Bulle da, wo die Kinder sich draufsetzen und man ein Foto machen konnte. Wie geraten, nahmen wir auf der Gegentribüne platz. Schon bald kamen die ersten Pferde, welche von den Cowboys gesattelt wurden. Währenddessen wurde die Show eröffnet und als erstes sprach der Speaker ein Gebet, um Danke zu sagen. Ein Gänsehautmoment, als all die rund 1000 Zuschauer mitbeteten. Dann kam eine Frau auf einem Pferd mit der amerikanischen Flagge in die Arena geritten und alle erhoben sich für die Nationalhymne - sehr inszeniert, aber trotzdem gings unter die Haut. Das anschliessende Programm war unterhaltsam. Da gabs verschiedene Disziplinen und sogar die Kinder durften noch auf den Platz: herzig! Die Disziplin, wo jeweils ein Cowboy auf einem Pferd mehr oder weniger zeitgleich mit einem Kalb starten konnte und er dieses mit dem Lasso einfangen, vom Pferd steigen und die Beine zusammenbinden musste - das alles natürlich in einer möglichst kurzen Zeit, gefiel uns gut. Und die Bullen waren natürlich schon eindrücklich!

 

 


Kurz nach 21.30 Uhr war das Rodeo fertig und der bereits wartende Shuttle-Bus, brachte uns wieder zurück auf den Campround. Und schon wieder fielen wir mit so vielen schönen Erlebnissen ins Bett.