Womo-Abenteuer

Nordamerika im Wohnmobil erleben!

Tag 11: Grand Canyon NP - Vorbereitungen für die Wanderung in den Canyon

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AnnSchi
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Beigetreten: 29.08.2018 - 08:38
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Tag 11: Grand Canyon NP - Vorbereitungen für die Wanderung in den Canyon
Eckdaten zum Reiseabschnitt
Reisedatum: 
23.04.2022
Gefahrene Meilen: 
60 Meilen
Fazit: 
Nur noch eine Nacht bis unser grosses Abenteuer los geht...

Die Kids gehen Morgens nach dem Frühstück nochmal auf den Spielplatz. Jetzt ist auch das Hüpfkissen offen – das war gestern Abend schon geschlossen. Mein Mann und ich packen für unser grosses Abenteuer im Grand Canyon. Wir haben Duffel-Service gebucht, d.h. Maultiere bringen einen Teil unseres Gepäcks runter in den Canyon. Die Duffels müssen wir heute schon  abgeben. Die Wanderung startet dann morgen.

Der Slideout zickt wieder rum….aber zum Glück wissen wir uns jetzt ja zu helfen mit dem Reset. Es ist nur leider sehr mühsam an die Kontrollunit zu gelangen. Diese befindet sich im Aussenfach und wir müssen jedes mal alles war darin verstaut ist, rausnehmen, um an die Unit zu gelangen. Naja aber Hauptsache er lässt sich einfahren.

Bevor wir losfahren lassen wir noch Proban auffüllen. Es meldet -8 Grad im Canyon Village für die kommende Nacht…nicht das uns noch das Gas ausgeht. Ich meld mich noch bei Jessica um nachzufragen, was wir bei Minustemperaturen beachten müssen wegen Womo. Wir wissen das wir Frostschutzmittel in den Grauwasser- und Schwarzwassertank schütten müssen – aber was ist mit Frischwasser? Leider meldet sich Jessica nicht mehr rechtzeitig und im Grand Canyon haben wir irgendwie kaum noch Handyempfang.

Dann geht’s los Richtung Grand Canyon. Von hier ist es noch etwa eine Stunde bis ins Grand  Canyon Village. Schon vor dem Parkeingang steht was von über einer Stunde Wartezeit. Im Ernst jetzt??? Naja das Schild wurde da wohl vergessen. Wir können Lane 1 benutzen, da wir schon einen Nationalparkpass haben und kommen ohne Wartezeit rein (aber auch ohne Pass hätte man sicher nicht 1 Stunde warten müssen - es stehen nicht viele Fahrzeuge an).

Erstes Ziel ist die Brigth Angel Lodge im Village. Hier müssen wir „Einchecken“ für die Wanderung morgen zur Phantom Ranch. Einige Tage vorher mussten wir uns auch schon kurz telefonisch melden und unsere Ankunft rückbestätigen. Bei der Bright Angel Lodge hat’s direkt vorne Dran Tour-Busparkplätze…da will mein gesetzestreuer Mann aber nicht anhalten und sonst hat’s für unser Womo keinen Platz, also fahren wir halt weiter und parken beim Backcountry Office – da wollten wir später sowieso noch hin. Dort hat’s reichlich Platz. Wenn wir schon hier sind, können wir auch jetzt gleich ins Backcountry Office – aber die haben grad Mittagspause. Also machen wir uns auf den Weg zur Bright Angel Lodge mit Shuttle Bus und zu Fuss. Der Check-in für die Wanderung geht flott.

Wir überlegen kurz in der Lodge zu essen – aber es hat schon eine ordentliche Warteschlange beim Restaurant – also lassen wir das. Stattdessen wagen wir hinter der Bright Angel Lodge den ersten Blick runter in den Canyon…OMG da gehen wir morgen also wirklich runter. Die Vorfreude aber auch Nervosität steigt. Wir setzen uns auf ein Bänkli und essen ein paar Snacks wie wir im Rucksack dabei haben und geniessen den herrlichen Blick in den Canyon. Mit dem Shuttle geht’s dann zurück zum Backcountry Office. Wir müssen allerdings einen Bus abwarten. Die Shuttles werden nicht voll besetzt – wegen Covid und es besteht auch Maskenpflicht….wobei wir irgendwann merken, dass wir zu den wenigen gehören, die sich überhaupt daran halten und wir verzichten dann irgendwann auch auf die Masken – es interessiert niemanden wirklich ob man eine Maske trägt oder nicht…uns soll’s recht sein.

Beim Backcountry angekommen informieren wir uns bei der netten Rangerin nach der Wettervorhersage – es soll heiss werden besonders am Tag wo wir wieder rauf wollen. Genug Wasser, Elektrolyte und Sonnenschutz sind Pflicht – wissen wir natürlich alles. Wasser gibt’s erwartungsgemäss nur beim Indian Garden und natürlich unten bei der Phantom Ranch – also zum Glück keine unerwarteten Piplinebreaks. Ich frag noch nach den Junior-Ranger-Booklets und die nette Rangerin gibt uns den Tipp wir sollen unten im Canyon unbedingt beim Ranger vorbei gehen - dort gibt es einen ganz besonderen Badge den man nur unten im Canyon bekommt.

Mit dem Womo fahren wir zu den Maultierställen und parken direkt davor – ist zwar nicht so vorgesehen, aber wir sind ja nur kurz hier. Die Duffelübergabe funktioniert rasch und unkompliziert.

Dann geht’s zum Mather Campground. Auch diesen Platz habe ich lange im Voraus gebucht. Ich glaube der Mather war nicht ganz voll….aber auf jeden Fall sehr gut besucht. Beim Check-in informiere ich die Rangerin, dass wir zwei Tage weg sind, während das Womo auf unserer Site stehen bleibt. Interessiert sie aber nicht weiter – wir hätten die Site gebucht und können damit machen was wir wollen…oder so ähnlich (in ein paar Wochen im Canyonlands National Park sollten wir erfahren, dass man das nicht in allen Nationalparks so locker sieht, wenn an das Womo längere Zeit unbeaufsichtigt auf der Site stehen lässt…).

Unsere Site 69 hatte ich so ausgewählt, dass die Tisch Bank Kombi auf der richtigen Seite des Womo steht – also bei der Tür zum Wohnraum. Darauf sollte man bei der Buchung achten. Umgekehrt in den Loop rein fahren ist nämlich nicht erlaubt – aus Sicherheitsgründen. Wir richten uns erst mal ein bisschen ein und laufen dann zum General Store. Wir wollen noch richtige Sonnenhüte für die Kids besorgen…hätten wir natürlich schon früher erledigen sollen, den hier im Souveniershop ist der Spass nicht ganz günstig…selber schuld. Wir besorgen auch noch Eis (für unsere Getränke morgen) und Feuerholz. Die Kids können den Spielzeug nicht widerstehen und machen sich an ihr Taschengeld ran. Auf dem Rückweg zu unserer Campsite checken wir noch kurz die Busfahrzeiten für morgen früh an der Bushaltestelle vom Mather Campground. Zurück beim Womo kippen wir den Frostschutz in den Grey- und Blackwater Tank – beim Frischwasser hoffen wir jetzt einfach das Beste…

Dann packen wir die Rucksäcke für morgen. Ich packe rund 11 Liter Wasser alleine in meinen Rucksack (mein Mann kriegt fast einen Herzanfall als er unten bei der Phantom Ranch feststellt, dass ich neben meiner 3 Liter-Trinkblase und den Elektrolytegetränken noch 2 Gallonen im Rucksack hatte) – und ja er hatte recht, ich habe echt übertrieben mit Wasser. Mein Mann hat knapp 7 Liter dabei und die Kinder auch jeweils 4 und 5 Liter…Viel zu viel wie sich am Ende des Tages rausstellen wird. Aber ich kann mir nicht viel schlimmeres Vorstellen als Durst in der Wüste. Dank dem Duffel Service muss sonst nicht mehr viel in unsere Rucksäcke und so geht das auch ganz gut mit dem Gewicht. Wir hatten ja auch fleissig trainiert zu Hause und waren uns schwere Rucksäcke gewohnt. Noch schnell was Essen und dann geht’s ab ins Bett….morgen müssen wir richtig früh raus.

 

Die Fotos vom Canyon folgen dann am morgigen Tag....